Ratgeber · 10.7.2026 · 6 Min. Lesezeit
Medikationsplan richtig erstellen: 7 Schritte für Angehörige
So erstellen Sie einen übersichtlichen Medikationsplan für Ihre pflegebedürftigen Angehörigen — inklusive Vorlage zum Ausdrucken.
Ein aktueller Medikationsplan ist eine der wichtigsten Grundlagen der häuslichen Pflege. Er schützt vor Doppelmedikationen, gefährlichen Wechselwirkungen und Verwechslungen — gerade dann, wenn mehrere Ärzte, Apotheken oder Familienmitglieder beteiligt sind.
1. Alle Medikamente zusammentragen
Sammeln Sie sämtliche verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Präparate — inklusive Vitaminen, Nahrungsergänzungsmitteln und Bedarfsmedikation. Fotografieren Sie die Verpackungen, damit Sie später Wirkstoff und Dosis nachlesen können.
2. Wirkstoff statt Handelsname notieren
Notieren Sie zusätzlich den Wirkstoff (z. B. „Ramipril" statt nur „Delix"). So können Notärzte auch dann sicher entscheiden, wenn eine Packung fehlt oder ein Generikum verwendet wird.
3. Einnahmezeiten strukturieren
Ordnen Sie die Einnahme in vier feste Blöcke: morgens, mittags, abends, zur Nacht. Ergänzen Sie, ob die Einnahme vor, zu oder nach dem Essen erfolgen soll.
4. Grund der Einnahme dokumentieren
Ein kurzer Vermerk („Blutdruck", „Schmerzen") hilft Vertretungspersonen, den Plan zu verstehen — und schützt vor unnötigem Absetzen.
5. Bedarfsmedikation getrennt aufführen
Halten Sie Bedarfsmedikation (z. B. Schmerzmittel bei Bedarf) in einem eigenen Abschnitt fest — mit klarer Angabe, ab wann und wie oft sie gegeben werden darf.
6. Regelmäßig mit dem Hausarzt prüfen
Mindestens einmal pro Quartal sollte der Plan mit dem Hausarzt abgeglichen werden. Fragen Sie aktiv nach möglichen Wechselwirkungen — insbesondere nach neuen Rezepten.
7. Digital sichern und teilen
Fotografieren Sie den fertigen Plan und teilen Sie ihn mit allen beteiligten Familienmitgliedern. In der FürsorgePilot-Demo sehen Sie, wie das digital funktioniert.
Häufige Fragen
- Wer hat Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan?
- Wer dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel gleichzeitig einnimmt, hat Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan vom Arzt.
- Was gehört in einen Medikationsplan?
- Wirkstoff und Handelsname, Stärke, Darreichungsform, Dosierung nach Tageszeiten, Einnahmehinweise sowie der Grund der Einnahme.
- Wie oft sollte der Plan aktualisiert werden?
- Nach jeder Änderung der Medikation, spätestens aber bei jedem Arztbesuch sowie nach einem Krankenhausaufenthalt.
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